26
Jan

Im Test: Werwölfe – MorgenGrauen (Ravensburger)

Hört ihr die Wölfe heulen? Dann ist es bereits zu spät! Bei „Werwölfe – MorgenGrauen“ überleben die Dorfbewohner nur, wenn sie die Monster in ihrer Mitte entlarven.

Alter: 10+ | Spieler: 3-10 | Dauer: 10 Minuten


Schließt nun alle eure Augen. Die Stimme des Spielleiters durchbricht die unheilvolle Horror-Musik im Hintergrund. Wenn die Dorfbewohner ihre Augen im Morgengrauen wieder öffnen, brauchen sie einen klaren Blick – für die finsteren Kreaturen unter ihnen.

Wolf oder nicht Wolf?

In „Werwölfe – MorgenGrauen“ verkörpert jeder Spieler eine zufällig bestimmte und geheime Rolle. Bevor das Spiel beginnt, schaust du dir deine Rollenkarte an und merkst sie dir. Gehört dein Charakter der Dorfgemeinschaft an, ist es während der Abstimmung am nächsten Morgen deine Aufgabe, die anderen Dörfler zu beschützen und die Werwölfe anzuklagen. Bist du hingegen einer der vier Werwölfe, willst du die Menschen natürlich in die Irre führen und dich als einer von ihnen ausgeben.

Die Nachfolge-Edition zu „Vollmondnacht“ (2015) bringt 16 unterschiedliche Rollen mit, darunter 13 neue. Die meisten davon verfügen über eine individuelle Fähigkeit, die beim Enttarnen und/oder Schwindeln hilft. So verwandelt z. B. der Alphawolf einen Mitspieler ebenfalls in einen Gestaltwandler, während der Aufklärer die wahre Identität eines Dorfbewohners erfährt. Ganz verrückt wird es, wenn der Dorftrottel alle Charakterkarten seiner Mitspieler nach links oder rechts verschiebt.

 

Jeder Charakter verfügt über eine spezielle Fähigkeit, die er während der Nacht einsetzt.

 

Wer gut blufft, überlebt

Im Laufe der Nacht erwachen nacheinander alle Rollen, um ihre Aktion auszuführen. Die Werwölfe – mit Ausnahme des Traumwolfs – öffnen gleichzeitig die Augen, sodass sie voneinander wissen, welche Rudelmitglieder es zu beschützen gilt. Ansonsten kann jeder nur erahnen, wer tatsächlich welchen Charakter verkörpert. Nachdem alle an der Reihe waren, kommt es zur großen Diskussion.

Das hört sich dann in etwa so an: „Ich bin der Aufklärer und habe gesehen, dass du der Traumwolf bist. Zieht ihm das Fell über die Ohren!“ „Moooment mal! Ich soll ein Wolf sein!? Ich glaube vielmehr, dass du der Sehende Wolf bist. Du hast nur meine Geisterjäger-Karte gesehen und willst mich jetzt anschwärzen, um von dir und deinem Werwolfspack abzulenken!“

 

Der Kurator bringt mit seinen Artefakten (siehe Schatztruhen-Chip) noch mehr Schwindel-Potential ins Spiel.

 

Die Verhandlungen dauern ein paar Minuten und verlaufen je nach Gruppendynamik mal hitziger, mal strategischer und mal witziger. Meistens ist von allem etwas dabei, was für den meisten Spielspaß sorgt. Nach Ablauf der Zeit klagt jeder Spieler eine Person als Werwolf an. Wenn die Dorfbewohner dabei mindestens eine wahre Bestie entlarven, haben sie gewonnen (und den Gestaltwandler einen Kopf kürzer gemacht). Gelingt ihnen das jedoch nicht… dann ist es wirklich das Grauen, das am Morgen erwacht. Muhahahaha!

Neue Nacht, neues Glück

Im Unterschied zu „Werwölfe“ von Pegasus Spiele dauert eine Partie des Ravensburger-Titels genau eine Runde lang. Das Bluffspiel entscheidet sich also schon nach einer einzigen Diskussion. Die Monsterjagd über mehrere Runden hat sicherlich ihre eigenen Reize, doch liegen die Vorteile von „Werwölfe – MorgenGrauen“ ebenso auf der Hand:
1. Kein Spieler muss nach seinem Charaktertod warten, weil es sofort mit der nächsten Runde weitergeht.
2. Jeder kommt irgendwann in den Genuss jeder Rolle, weil diese jede Runde neu verteilt werden.
Das macht die Ravensburger-Werwolfjagd zu einem sehr kurzweiligen und abwechslungsreichen Spiel, das man zwischendurch oder Abende lang zocken kann.

Eine App, sie zu leiten

Vor ein paar Jahren mussten Spieler sich noch komplett allein um ihr Wohlbefinden kümmern. Das kann man sich ja heute gar nicht mehr vorstellen, oder ;)? Deswegen bietet Ravensburger die kostenlose App „Werwölfe Vollmondnacht“ für beide Editionen an. Wenn sich unter den Mitspielern also nicht zufällig ein lesewütiger Moderatorenaspirant befindet, übernimmt die Erzählerstimme der App gern sämtliche Spielleiterfunktionen. Dann spart man sich die Rollenchips und den Spielleiterbogen und kann sich außerdem vollkommen auf das eigentliche Spielen konzentrieren. Ich möchte die App nicht mehr missen!

 

Aktive Rollen einstellen, Musik auswählen, und schon beginnt die wilde Jagd!

 

Außerdem lassen sich Timer- und Soundtrack-Einstellungen individuell anpassen. Der Großteil der zwölf verschiedenen Hintergrundgeräusche unterstützt das Spielerlebnis sehr schön, aber meine besondere Empfehlung gilt den Tracks Horror und Dramatisch. Disco hingegen… not so much :)! Bei maximaler Lautstärke oder mithilfe eines Lautsprechers übertönen Hintergrundmusik und Erzählerstimme die meisten Geräusche, die man beim Spielen so macht. Eigentlich ist es aber ganz lustig, diese in die Diskussion miteinzubeziehen, à la: „Als der Alphawolf aufgerufen wurde, habe ich aus deiner Richtung eine Bewegung gehört! Sag schon, welchen armen Teufel hast du verwandelt, du Monster!?“

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