21
Jan

Magic Formate: Commander und Highlander

… für Leute mit großen Händen und noch größeren Ideen.

Warum braucht man große Hände für diese beiden Formate? Nunja, weil Commander- und Highlander-Decks aus (mindestens) 100 Karten bestehen. Das kann dann, z. B. für so manchen frisch gebackenen US-Präsidenten, schon einmal problematisch werden beim Mischen.

Highlander war das erste von Fans kreierte „Singleton“-Format, das die Grundregel einführte, von jeder Karte (Standardländer ausgenommen) maximal eine Kopie im Deck zu erlauben. Daher auch der Name, denn hier kann es nur einen geben! Da euch insgesamt 100 oder mehr Plätze in euren Riesen-Decks zur Verfügung stehen, sind die Kombinationsmöglichkeiten praktisch unendlich.

Um den Kartenpool, bestehend aus 99,99 % (nach Gutdünken und völlig wahllos auf- oder abgerundet) aller Magic-Karten, dann doch ein bisschen einzugrenzen, gilt für das Canadian Highlander-Format neben der Ban-Liste für Vintage auch ein ganz spezielles Punktesystem. Demzufolge dürft ihr zehn Punkte (bei 100 Karten im Deck) für besonders spielstarke (andere würden sagen „unfaire“) Karten ausgeben. Nur, wenn ihr die entsprechenden Punkte „bezahlt“, dürft ihr die Super-Karten auch verwenden. Welche Karte wie viele Punkte wert ist, könnt ihr hier nachschlagen.

 

Wenn ihr euch Extra-Züge mit Time Vault erschwindeln wollt, kostet euch das satte 7 eurer 10 Punkte.

 

Und dann gebar die Mutter des Highlander-Formats ein zweites Kind, das noch reiner und wunderbarer erstrahlte als das Erstgeborene: Commander! Sorry an dieser Stelle für die salbungsvolle Sprache, aber Commander ist womöglich meine liebste Art, Magic zu spielen. Eine legendäre Kreatur an der Spitze, 99 Karten in ihrer Farbkombination und unfassbare Freiheit bei der Deckkonstruktion. In diesem Format baut ihr wirklich euer ganz persönliches Lieblings-Deck.

Weitere Sonderregeln sind: Zu Beginn des Spiels hat jeder 40 statt 20 Lebenspunkte. Außerdem befindet sich euer Commander in der „Command Zone“, also in seinem eigenen VIP-Bereich in der Nähe des Spielfeldes. Von da aus könnt ihr ihn jederzeit für seine Manakosten wirken. Falls der Big Boss einmal stirbt oder in eine andere Zone geschickt wird, könnt ihr ihn stattdessen wieder in die Command Zone zurückbringen. Für jedes Mal, das ihr euren Kommandeur nach dem ersten Mal ausspielen wollt, kostet er jedoch zwei farblose Mana mehr. Achja: Wenn ihr einem Spieler mit eurem Commander 21 oder mehr Schaden zufügt, verliert dieser das Spiel.

Ursprünglich nannten die Judges, die das Format erfanden, es „Elder Dragon Highlander“ (EDH). Denn in den frühen Tagen waren es die fünf Drachen-Legenden, die ihre 99 Karten-Kumpanen in die Schlacht führten. Sie gaben die Farbidentität des Decks sowie seine ungefähre Kampfstrategie vor.

 

Kampf der unaussprechlichen Namen: Die ersten Kommandeure waren die dreifarbigen Elder Dragons.

 

Im Laufe der Zeit wurden aber selbst den fanatischsten Drachen-Liebhabern die Elder Dragons zu einseitig, sodass auch andere legendäre Kreaturen als Kommandeure in Frage kamen. Und mit den so gewonnenen (Farb-)Möglichkeiten gewann auch EDH an Popularität. Damit das auch so blieb, entschied man sich für eine Ban-Liste, die den Frieden zwischen Spielern und die Balance der Decks wahren sollte.

Mit den ersten fünf vorkonstruierten Commander-Decks begann Wizards im Juni 2011 seine Produktlinie rund um das beliebte, und jetzt in Commander umbenannte Format. Bis heute sind viermal fünf 100-Karten-Decks sowie das Commander’s Arsenal erschienen, das neben einigen Premium-Karten noch weitere Goodies enthielt. Wer in Commander hineinschnuppern will, startet am besten mit einem dieser Precons. Sie enthalten Dutzende seltene, vor allem aber für das Format sehr nützliche Karten und lassen sich aus der Box heraus gut spielen. In dieser rohen Form warten die Commander-Decks dann natürlich noch auf eure persönliche Note.

Auch was Commander angeht, erwarten euch auf www.callofthenerd.de in Zukunft einige Deck Techs und weitere Beiträge, denn wie gesagt: Commander 4 life ;)!

 

Spielstein- und Friedhof-Strategien zählen zu meinen Spezialitäten im Commander-Format.

 

Bring mich zurück zum Hauptartikel!

Aufmacherbild: (c) Wizards of the Coast, Adam Paquette

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6 Comments

  • Commander 4 life! 😉

    Schöne Erklärungen der Formate, ich mag deinen Schreibstil.

    Die angekündigten Commander-Deck-Techs werden sicher spannend. Ich schrecke noch ein wenig davor zurück auf meinem Blog, weil … du weisst schon … hundert Karten … je ein Mal ..!
    Das sind Deck-LISTEN, die ihres Namens würdig sind. (Wieso denke ich gerade an dieses Endlos-Lochpapier für Nadeldrucker von früher? Und bin ich wirklich so alt?)

    Aber wenn man dadurch die deutsche Magic-Blogosphäre mal ein wenig ins Rollen bringen könnte, würde ich mich vielleicht doch dazu hinreißen lassen. Oder täuscht mich mein Eindruck, dass es da nicht sehr viel gibt, und du schmeißt mich gleich mit mehr Links zu, als ein Commander-Deck Karten hat?

    Viele Grüße,
    Meisterperson

  • Paddybones sagt:

    Hey Meisterperson! (Wie kommt man denn an so einen Titel ran ;)?)

    Erstmal vielen Dank für das Lob und schön, dass es dir gefällt :)!

    Ja, so eine Commander-Liste ist schon etwas mehr Arbeit… Das war schon bei Tiny Karlov eine zeitraubende Angelegenheit mit knapp unter der Hälfte dessen, was da bei einem EDH-Deck auf einen zukommt.
    Aber wie du schon sagst: Commander 4 life, also muss das wohl sein ;)!

    Ein paar Blogs gibt es noch auf http://www.magicblogs.de. Wie heißt denn deiner? Vielleicht können wir uns ja ein bisschen vernetzen!

    Grüßle,
    Paddybones

    • Auf meinen Blog kommst du ganz einfach, indem du auf meinen Namen klickst. 😉

    • Und an den Namen kommt man natürlich am besten genau so, wie die meisten großen Häuser an ihre Namen kamen: Man verleiht ihn sich selbst. 😉

      (Der Name kommt aus dem Rollenspiel-Bereich, genauer von DSA, und bezeichnet alle Figuren in der Spielwelt, die nicht von den Spielern geführt werden, sondern vom Spielleiter, bei DSA dem sogenannten „Meister“. Jeder Wirt, jede Stadtwache und jeder Handlanger des Oberbösewichts ist bei DSA somit eine „Meisterperson“. Von daher ist der Name gar nicht mal sooo anmaßend. 😉 )

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