12
Dez

Im Test: EXIT – Das Spiel (Kosmos)

Ein verschlossener Raum, eine tickende Uhr und scheinbar kein Ausweg. Nur wer gut rätselt, entkommt den klaustrophobischen Gefängnissen in EXIT – Das Spiel!

Alter: 12+ | Spieler: 1-6 | Dauer: 45-90 Minuten


Schlaft nicht ein, trennt euch nicht von eurer Reisegruppe und schnuppert um Himmels Willen nicht an diesen Reagenzgläsern! Oh, ist schon passiert? Na dann… Herzlich Willkommen in den neuen Escape Room-Spielen von Kosmos und viel Glück!

Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich noch nie in einem echten Escape Room eingesperrt war. Das steht noch auf meiner Liste der „unangenehm klingenden, aber dann wohl doch ganz lustigen Dinge“ für 2017. Bisher konnte ich mich einfach noch nicht davon überzeugen, dass es Spaß machen könnte, sich mit ein paar Freunden in einen Raum einschließen zu lassen und dann die nächste Stunde mit einem Rätsel nach dem anderen zu verbringen. Ich sage nicht, dass ich Rätsel hasse, aber… ich wäre wohl auch nicht gerade Sherlocks erste Wahl, wenn er einmal einen neuen Watson braucht.

Lange überflüssige Entschuldigung, kurzer Sinn: EXIT – Das Spiel hat mich schließlich genau davon überzeugt – Es macht Spaß! Und das sogar, wenn der Knobel-Kerker nur in den Köpfen der Spieler existiert.

Derzeit sind drei EXIT Spiele erhältlich… to be continued!

Welches Verließerl hätten’s denn gern?

Aktuell gibt es EXIT – Das Spiel in drei Versionen (drei weitere stehen für Frühjahr 2017 auf dem Plan). Da es sich mit diesen Spielen ähnlich verhält wie mit Krimis, die man genau einmal schaut/liest und deren größter Feind Spoiler sind, kann ich gar nicht allzu viel verraten. Zumindest die unterschiedlichen Settings kann ich aber vorstellen, um euch bei der Auswahl zu helfen:

  • Für Hobby-Ägyptologen: In der Pyramide des Tutanchamun könnt ihr eure Augen einfach nicht von all den schicken Hieroglyphen an den Wänden nehmen und verirrt euch schließlich in „Die Grabkammer des Pharao“. Hoffen wir mal, dass die nicht auch schon bald zu eurer eigenen wird…
  • Für Urlauber, die ihre Ferien gern auf „Cabin in the Woods“-Art verbringen wollen: Euer Auto streikt mitten im nächtlichen Nirgendwo, es regnet aus Kübeln und weit und breit ist niemand zu sehen, der euch abschleppen könnte. Aber hey! „Die verlassene Hütte“ da drüben sieht doch ganz nett aus! Übernachtungsabenteuer!
  • Für Sheldon, Leonard & Co.: Bisschen Kleingeld gefällig? Dann habe ich genau das Richtige für euch! Meldet euch doch einfach als Versuchskaninchen für diese „medizinische Studie“ an. Kommt einfach zu dieser Adresse hier. „Das geheime Labor“ wartet schon auf euch…

Mein persönlicher Favorit: „Die Grabkammer des Pharao“!

Lasst die Köpfe rauchen!

Alle drei Settings funktionieren nach dem gleichen Prinzip: Es beginnt mit einem szenischen Intro, das am besten in einer unheimlichen Wisperstimme und zu passender Musik vorgetragen wird. Damit wollen die Autoren Markus und Inka Brand euch in die richtige Stimmung versetzen, was auch bei allen drei Varianten ganz gut funktioniert.

Dann legt ihr die Rätsel-, Lösungs- und Hilfe-Karten verdeckt aus und schlagt das enthaltene Büchlein für die ersten Hinweise auf. Praktischerweise hat nämlich der letzte arme Teufel, der vor euch hier gelandet ist, alles dokumentiert, was er so herausgefunden hat (was ihm nur scheinbar nicht so viel gebracht hat…).

Einen Spielplan braucht ihr nicht, dafür aber Schere, Stifte, Schmierpapier und jede Menge Einfallsreichtum. Denn von den vielen Rätseln lassen sich manche mit Logik, andere aber nur mit Kreativität oder Abstraktionsvermögen lösen. Und bei einigen könnt ihr eurer ganzen Zerstörungswut freien Lauf lassen, denn wisst ihr, was auch noch ein Grund ist, warum ihr die EXIT-Spiele nur einmal zocken könnt? Weil ihr das Material kaputt macht! Das tut manchmal im Herzen weh, weil die Illustrationen von Franz Vohwinkel (begnadeter Fantasy- und Spiele-Künstler, der u. a. auch etliche Magic-Karten gezeichnet hat) eigentlich viel zu schön sind, um zerschnitten, zerrissen oder beschmiert zu werden… Aber so läuft das eben bei diesem „einmaligen Spielerlebnis“, wie schon die Packung verspricht.

Am Ende eines jeden Rätsels erhaltet ihr drei Ziffern, Hieroglyphen oder Reagenzgläser, die ihr in eure Decodier-Scheibe eingebt. Die verrät euch dann, ob euer Ergebnis auf der richtigen Lösungskarte steht.

EXIT spielt sich am besten zu dritt oder zu viert.

So verbringt ihr gut eine Stunde damit, eurem Fantasie-Verließ zu entkommen. Je schneller ihr seid und je weniger Hilfe-Karten ihr benötigt, desto besser schneidet ihr auch im Ranking am Ende ab. Meine Rätsel-Runde mag mit durchschnittlich 90 Minuten pro Spiel zwar nicht die allerschnellste gewesen sein, aber da wir nie mehr als einen Tipp benötigt haben, konnten wir uns trotzdem jedes Mal über sieben von maximal zehn Sternen freuen. Außerdem hatten wir Deko und atmosphärische Filmmusik, also Ruhe! Wir waren gut…!

Als absoluter Escape Room-Neuling halte ich die EXIT-Reihe von Kosmos für eine gelungene Papier-Alternative für Zuhause und einen guten Einstieg in das Genre. Wenn ihr ohnehin schon gern rätselt, gibt es überhaupt keine Bedenken, und wenn ihr ähnlich wie ich kleine Knobel-Muffel seid: Die Spiele sind abwechslungsreich genug, um auch eure Fähigkeiten zu würdigen – sie sind geduldig und verzeihend ;).

Egal ob ihr euch jetzt auf eine Hüttenparty, eine Pyramidentour oder einen Laborbesuch vorbereitet: Viel Spaß beim Quizzeln und kommt heil da wieder raus!

{Easter Eggs für Hardcore-Nerds: In allen drei Spielen findet ihr popkulturelle Zitate aus „Die Mumie“, „The Blair Witch Project“, „Indiana Jones“ und „Breaking Bad“ – und das sind nur die, die uns aufgefallen sind!}

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